Sie schnitzt seit drei Jahrzehnten Masken für winterliche Umzüge. Als der Strom einmal ausfiel, blieb nur Tageslicht und das rhythmische Kratzen des Messers. Besucher setzten sich still dazu. Später erzählte sie, wie Stille Form gibt, weil jeder Schnitt bewusster fällt. Eine Maske ging an einen Gast, der versprach, sie jedes Jahr im Dorf wieder tanzen zu lassen.
Bei ablaufendem Wasser sammelt er Tonreste an Rinnen, prüft die Körnung mit feuchten Fingern und lächelt, wenn der Wind die Ofenflamme neckt. Einmal vergaß er die Zeit, weil ein Kind fragte, ob Ton atme. Er antwortete, dass Atmen dort geschieht, wo Wasser geht und Wärme kommt. Die Schale, die danach entstand, trägt am Rand einen hauchdünnen, welligen Abdruck.
Früher zog man mit Bündel und Brief durchs Land. Heute verbinden digitale Karten und Stipendien Orte über Regionen hinweg. Eine junge Gerberin pendelt zwischen Almweiden und Hafenviertel, lernt Gerbstoffe aus Fichtensud und Algenextrakt kennen. Auf Messen tauscht sie Rezepte, zu Hause testet sie Mischungen. Ihr Leder riecht nach Wald und Brise zugleich, und erzählt von Brücken statt Grenzen.
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